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08. 07. 2009 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Rohstoff

Chinas Schlüsselmetallvorkommen bedroht

China sollte seine Schlüsselmetallvorkommen besser kontrollieren, damit auch zukünftige Generationen noch von ihnen profitieren können.

Chinas Schlüsselmetallreserven schrumpfen mit einer alarmierenden Geschwindigkeit. Das zuschnelle Schürfen und der knallharte Exportwettbewerb drückten die internationalen Preise stark. Der Anteil seltener Erde, beispielsweise, nahm von 88 Prozent der weltweiten Vorkommen vor zehn Jahren auf 52 Prozent im Jahre 2008 ab, während sich die Exporte fast verzehnfachten. Die Volksrepublik besitzt große Schlüsselmetallressourcen. Das Land hat die weltgrößten Vorkommen von Wolfram, Indium und seltener Erde, seine Produktion macht ganze 80 Prozent der globalen Förderung aus. Diese nur einmal verwendbaren Metalle werden vor allem für die Waffen-, Luft- und Raumfahrtsindustrie verwendet, manchmal kommen sie auch in der Informationstechnologie zum Einsatz. Wegen ihrem Wert werden sie von vielen Ländern aktiv importiert und aus strategischen Überlegungen gelagert.

Gemäß Statistiken des Land- und Ressourcenministeriums werden bis zum Jahre 2020 nur noch 6 von 45 großen Mineralienressourcen den Bedarf Chinas decken können. Wenn die Übernutzung so weiter geht, wird China in 30 bis 50 Jahren seinen Spitzenplatz bei Wolfram, Indium und seltener Erde verlieren. Während das Exportvolumen von Wolfram, Indium, seltener Erde und anderen Schlüsselrohstoffe in die Höhe schießt, sanken die Preise auf dem Weltmarkt um 30 bis 40 Prozent. Im Jahre 2005 betrug der Preis für seltene Erde nur noch 64 Prozent von dem im Jahre 1990, während die Gewinne weiterhin zwischen einem und fünf Prozent lagen. Der Weltmarktpreis von Indium, welches zu 80 Prozent in China gefördert wird, beträgt mit 700 Euro pro Kilogramm viel weniger als die theoretisch vernünftigen 2000 bis 3500 Euro pro Kilogramm.

Klage vor WTO. Vor kurzem verklagten die Vereinigten Staaten und die Europäische Union jedoch gemeinsam China vor der WTO wegen seiner Restriktionen auf Schlüsselmetallexporten, da dies ihre Interessen verletze. Dies war das erste Mal seit Antritt des neuen Präsidenten Barack Obama, dass die USA China vor der WTO verklagt haben. Ein Vertreter des chinesischen Handelsministeriums verkündete, dass Chinas Exportpolitik dem Schutze der Umwelt und der natürlichen Ressourcen des Landes diene, was den WTO-Regeln entspräche. Restriktive Maßnahmen für diese Schlüsselmetalle seien besonders während der globalen Rezession wichtig, fügte der Vertreter hinzu. Mei Xinyu, ein Forscher des Handelsministeriums, meinte, dass gemäß UN-Regelungen jedes Land das Recht darauf habe, die Nutzung seiner Ressourcen zu kontrollieren. Die Klage der Vereinigten Staaten und der Europäischen Union verletzten daher die Basisnormen der internationalen Gemeinschaft und ignorierten Chinas Souveränität.

Letzte Woche veröffentlichte das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie neue Regulationen für Rohmaterialien. Diese Regulationen legen fest, dass China zukünftig die Überwachung der Exporte von Schlüsselmetallen verbessern werde, um die innenpolitische und wirtschaftliche Sicherheit des Landes zu gewährleisten. Der Auffassung erfahrener Industriekenner zufolge sind Restriktionen bei Förderung und Export strategisch wichtiger Schlüsselmetalle aber nicht genug. Auf lange Sicht gesehen sei ein strategisches Lagersystem auf nationalem Level und Angleichungsregelungen unerlässlich.

Quelle: China Daily

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