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| 13. 11. 2009 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Warum die Mauer fiel
Im Mai 1989 nahm die ungarische Regierung Stacheldrahtzaun an ihrer Westgrenze zurück. Der Eiserne Vorhang war somit geöffnet und Ostdeutschlands starke Beschränkungen von Auslandsreisen nicht mehr haltbar.
In Ostdeutschland zeigte die Stagnation, verursacht durch bürokratischen Zentralismus und exzessiver Nationalisierung, kombiniert mit der Unfähigkeit der führenden Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), auf die sozialen Unruhen und Massenausschreitungen schnell und effektiv zu antworten, dass die Partei ihre Entschlusskraft im Hinblick auf dem Umgang mit Unvorhergesehenem verloren hatte.
Das Bild von Ostdeutschen, die in den Westen flohen, führte zu einer tiefgehenden Selbstreflektierung der Menschen und innerhalb der Partei. Sie versuchten einen Weg zu finden, die internen Widersprüche der ostdeutschen Gesellschaft zu reduzieren.
Von September bis Dezember 1989 waren alle politischen Parteien der Verbreitung von Staatseigentum verpflichtet und Inhaber von Macht und Medien. Alle traten für einen Wechsel des sozialistischen Systems ein. Die Bürger nahmen an Massendemonstrationen und Kundgebungen mit Sprechchören "Wir sind das Volk" teil und verlangten tiefgreifende Reformen der Gesellschaft.
Die SED erlaubte am 4. November 1989 einen Marsch mit anschließender Kundgebung in Ostberlin, an denen Parteifunktionäre, Intellektuelle und Oppositionelle ihre Interessen vortragen sollten. Rund eine halbe Million Menschen nahmen an diesem Treffen teil, an dem die Idee einer neuen, reformierten ostdeutschen Gesellschaft geboren wurde.
Der ostdeutsche Sozialist und Autor Stephan Heym sprach zur Menge: "Liebe Freunde, Mitbürger, es ist, als habe einer die Fenster aufgestoßen nach all den Jahren der Stagnation, der geistigen, wirtschaftlichen, politischen, den Jahren von Dumpfheit und Mief und bürokratischer Willkür, von amtlicher Blindheit und Taubheit. Welche Wandlung! Vor noch nicht vier Wochen: Die schön gezimmerte Tribüne, hier um die Ecke, mit dem Vorbeimarsch, dem bestellten, vor den Erhabenen. Und heute ihr, die Ihr Euch aus eigenem freien Willen versammelt habt, für Freiheit und Demokratie und für einen Sozialismus, der des Namens wert ist."
Steffie Spira, Schauspielerin und Mitglied der Kommunistischen Partei seit 1931 sprach die Worte von Bertolt Brecht: "Lob der Dialektik. So wie es ist, bleibt es nicht. Wer lebt sage nie Niemals. Wer seine Lage erkannt hat, wie soll der aufzuhalten sein. Und aus Niemals wird Heute noch!"
Die Plenarsitzung des Zentralkomitees genehmigte am 9. November 1989 Reisefreiheit. Der Pressesprecher Gunter Schabowski verkündete törichterweise, dass die Mauer offen ist, noch bevor die Grenztruppen oder die Polizei dazu Befehl erhalten hatten. Die Konsequenz war eine gefährliche und verfahrende Situation an den Grenzposten, an denen die Erlaubnis für Reisefreiheit schließlich um 23.30 Uhr gewährt wurde. Die Art und Weise wie die Grenze geöffnet wurde, unterwanderte die Partei und die Staatsautorität und wurde von den westlichen Medien als der Anfang des "Ende des Kalten Krieges" und des Sieges des Kapitalismus bezeichnet.
Quelle: german.china.org.cn
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