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13. 11. 2009 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Meinung

20 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer

In den Wochen nach der Mauereröffnung schienen die Unterschiede der Arbeitsproduktivität beider Länder alle guten Argumente gegen den Kapitalismus auszuschalten.

Im Osten gab es eine geringere Auswahl an Konsumgütern und diese waren von geringerer Qualität im Vergleich zu den in Westberlin erhältlichen. Aufgrund des Wechselkurses hatte ein arbeitsloser Arbeiter in Westberlin eine höhere Kaufkraft als ein gelernter Arbeiter im Osten. Ein Ergebnis der beschränkten und engen Handelspolitik war, dass es in Ostberlin kaum chinesische Produkte und nur ein chinesisches Restaurant gab. In Westberlin gab es hingegen dutzende chinesische Restaurants und Geschäfte.

Bundeskanzler Helmut Kohl schlug vor, die ostdeutsche Mark mit der westdeutschen zu ersetzen, um den Osten zu unterstützen und das Land wieder zusammen zu führen. Der Wechselkurs der Ostmark schwankte für mehrere Monate stark auf dem Schwarzmarkt. Unsicherheit und Unruhe änderte die Volksstimmung in Richtung deutscher Wiedervereinigung als schnellstem Weg, materielle Verbesserungen und soziale Stabilität zu erreichen.

Das Machtvakuum war eines der größten Probleme in den Köpfen der vier Alliierten, Großbritannien, Frankreich, UdSSR und der USA als sie alarmiert zusahen, wie das Regime auseinanderfiel. Mit gleicher Vorahnung sahen sie zu, wie Kanzler Kohl durch die Wiedervereinigung von westdeutschem und ostdeutschem Recht eine grundlegende Veränderung im europäischen Kräfteverhältnis schuf.

Nach der Öffnung der Mauer liefen die ostdeutschen Fabriken weiter und die Arbeiter hofften, dass Investoren aus dem Westen kämen und die Fabriken mit modernem Werkzeug ausstatteten, um Arbeitsplätze zu sichern. Tatsächlich wurde der Staatsbesitz jedoch unter Wert verkauft und viele fühlten sich von den Ergebnissen der Wiedervereinigung betrogen. Die wirtschaftliche Umwandlung führte in den 90er Jahren zu Massenarbeitslosigkeit und weitreichender Unzufriedenheit. Heute gehören 90 Prozent Ostdeutschlands den Westdeutschen. Einige Ostdeutsche fühlen sich, als ob sie kolonialisiert worden wären. Eine Folge davon ist, dass die frühere SED im Osten signifikant Fuß gefasst hat. Unter dem neuen Namen "Die Linke" gewann sie 11,9 Prozent der Stimmen bei der Bundestagswahl 2009 und ist damit die größte Partei in vielen Teilen Ostdeutschlands.

Die derzeitige Weltwirtschaftskrise lässt viele Menschen in Deutschland darüber nachdenken, ob Marx nicht doch Recht hatte. Obwohl nur wenige Ostdeutschland zurückhaben wollen, gewinnt Die Linke zunehmend Unterstützung für ihre radikale Haltung, die sich in den Worten von Parteichef Oskar Lafontaine widerspiegelt: "Wir wollen den Kapitalismus überwinden".

Heike Khoo schreibt für das Jugendmagazin Rotdorn der Linken in Berlin und war 1989 Augenzeuge des Mauerfalls.

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Quelle: german.china.org.cn

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