| Dali |
![]() Wer genug Zeit hat, kann von der Altstadt aus auch einen lokalen Bus nach Norden nehmen, zum Beispiel in die nächste größere Ortschaft Xizhou, um von dort aus Wanderwege, Tempel und auch die Schiffsfähre über den See zu erreichen. Taxis, Motorradtaxis und Kutschen kosten grundsätzlich nicht mehr als 5 Yuan (0,50 Euro) pro Kilometer. Die Fähre zwischen Xizhou und Wase auf der anderen Seite des Sees kostet ebenfalls nur 5 Yuan. Die Fahrt ist allerdings natürlich nicht so komfortabel wie in den Touristenbooten vom Hafen von Dali aus. Man kann auch mit einem örtlichen Fischerboot das Kormoranfischen beobachten. Bei einem Spaziergang durch die Altstadt wird man mit großer Wahrscheinlichkeit von einem Einheimischen darauf angesprochen. An der nördlichen Spitze des Sees ist ein kleiner Tempel, der besonders hübsch ist. Er wird von einheimischen Frauen instand gehalten. Wer möchte, kann Räucherstäbchen abbrennen und etwas Geld im Opferstock lassen, aber grundsätzlich ist der Eintritt frei. Die Hotels und Reisebüros in Dali bieten viele verschiedene Fahrten in die nähere Umgebung an. Man kann dabei das Leben und die Bräuche der Yi und anderer Volksgruppen kennenlernen. Die Ortschaften rund um den See haben verschiedene Markttage, an denen es besonders bunt zugeht. In und um Dali sind ursprünglich die Bai zu Hause. Ihre Batiken sind ebenso charakteristische Produkte wie die Steine, Bilder und Gerätschaften aus Marmor. Das Wort Dali kommt im Chinesischen von Dalishi und das bedeutet Marmorstein. Die Altstadt mit ihren teilweise erstaunlich kosmopolitischen Cafés und Restaurants (empfohlen seien das preisgünstige und gute Pizzarestaurant auf der Huguo-Straße und die mexikanischen Speisen im Café de Jack auf der Bayi-Straße) hat uns auch 2006 noch gut gefallen, obwohl in den letzten zehn Jahren manches zerstört oder vernachlässigt wurde, weil man sich auf Prestigeprojekte und Betonsiedlungen konzentriert. Das Schwimmbad im Kulturpark im Zentrum der Altstadt ist schon lange geschlossen. Die Pagode aus der Tang-Dynastie im Süden der Altstadt wartet schon einige Jahre auf ihre Renovierung und ist bis dahin leider nicht zugänglich. Die Anlage um die drei Pagoden im Norden ist dafür so aufwendig ausgebaut worden, dass man für den Eintritt ungefähr doppelt soviel zahlt wie für das Palastmuseum der Verbotenen Stadt in Beijing. Die riesige und langgezogene Straßenbaustelle am Westrand der Altstadt hat in den letzten Jahren nicht gerade zum Charme von Dali beigetragen. Manche andere Projekte sind angenehmer und schöner, wie etwa der Fußweg entlang des Flusses im Süden, oder der Wolkenrundweg. Auch viele der neueren Häuser greifen viele örtliche Stilelemente auf. Die etwa 80 Jahre alte katholische Kirche, nicht weit von der Mittelschule Nummer 1 in einer Seitengasse der Renmin-Straße ist besonders prächtig. Dort gibt es auch ein Priesterseminar. In der Altstadt gibt es auch Moscheen und eine ebenfalls bemerkenswerte, wenn auch schlichtere evangelische Kirche. Yunnan ist vielleicht die vielfältigste Provinz Chinas. Sie ist bekannt für Tee und Kaffee, für verschiedene Landschaften und Klimazonen, vom subtropischen Süden an der Grenze zu Laos, bis zu den Anfängen des Himalaja. Die Region um Dali ist leicht erreichbar und immer noch faszinierend. (China.org.cn, China im Bild, 27. März 2007) |



