Meinung

Nachhaltige Entwicklung und ein grünes Finanzwesen Exklusiv

05.09.2016

Im Detail geht es beim G20-Gipfel vor allem darum, die vierte industrielle Revolution voranzutreiben, also Wirtschaft und digitale Netzwerke zu verbinden, und die Politik der Länder dahingehend aufeinander abzustimmen. Auch unkonventionelle Reformen bezogen auf Investitionen und Geldpolitik werden wie seit den Anfängen der G20-Treffen wieder eine entscheidende Rolle spielen. Besonders bei Letzterem könnte China ein wichtiger Impulsgeber sein, erprobt es ja bereits solche in den sogenannten Sonderwirtschaftszonen, wie etwa in Shenzhen.

Wichtig wird in diesem Jahr aber zusätzlich ein weiterer, zeitgemäßer und zukunftsweisender Punkt: Das Klima. Nach der bahnbrechenden Einigung auf das UN-Klimaabkommen in Paris im Dezember letzten Jahres wird dem Klimawandel auch jetzt beim G20-Gipel ein besonderer Wert beigemessen. „Developing Green Finance“ - etwa „Entwicklung eines grünen Finanzwesens“, „Mobilizing Climate Finance“, womit die Umsetzung der Ergebnisse des Klimagipfels gemeint ist, sowie nachhaltige Energieversorgung stehen als gesonderte Punkte auf der Agenda.

Wem das zu sehr nach Plattitüden klingt, der wird vielleicht von dem symbolischen Zeitpunkt der Ratifizierung des UN-Klimaabkommens durch China und die USA überzeugt: Das Klimabewusstsein spielt international eine immer entscheidendere Rolle. Die beiden größten Volkswirtschaften, die laut tagesschau.de zusammen über 40 Prozent der Treibhausgase produzieren, versprechen dadurch, ihre Politik auf das Klimaabkommen auszurichten und so an dem Ziel, die Erderwärmung auf weniger als zwei Grad Celsius zu beschränken, mitzuarbeiten. „Ich hoffe, dass der Hangzhou-Gipfel eine Lösung liefert, die sowohl die Symptome als auch die Grundursachen der weltweiten wirtschaftlichen Probleme adressiert und die ein starkes, nachhaltiges, ausgeglichenes und inklusives globales Wachstum schafft,“ so der chinesische Staatschef in seiner Eröffnungsrede.

Die Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) ist ein 1999 gegründeter informeller Verbund von 19 Mitgliedstaaten, nämlich Argentinien, Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, Russland, Saudi Arabien, Südafrika, Südkorea, Türkei sowie die USA, und der Europäischen Union. Bis 2008 waren die Treffen der G20 den Finanzministern und Zentralbankchefs der Mitgliedstaaten vorbehalten. Mit der globalen Wirtschafts- und Finanzmarktkrise aber änderte sich das Programm der Treffen, sodass bei den so genannten Gipfeln nun auch die Staats- und Regierungschefs zusammenkommen. Finanzminister und Zentralbankchefs trafen sich zum dritten Mal in diesem Jahr bereits im Juli in Chengdu.

Auch Gastländer sowie Vorsitzende der Afrikanischen Union, des NEPAD (New Partnership for Africa's Development), ASEAN und Vertreter folgender internationaler Organisationen nehmen auf Einladung der Präsidentschaft an den Treffen teil: Internationaler Währungsfonds (IWF), Weltbank (WB), Finanzstabilitätsrat (FSB), Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und Vereinte Nationen (UN).

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: G20,Weltwirtschaft,Hangzhou