Sexualwissenschaftlerin fügt sich Druck

Li, die erste weibliche Soziologin, die zu den Themen Ehe und Sex geforscht hat, stand aufgrund ihrer offenen und mutigen Interviews über Sex und Ehe ständig im Scheinwerferlicht der Medien. Das Magazin Asiaweek führte sie einmal als eine der fünfzig einflussreichsten Personen in China auf.

Vor dem Hintergrund des Falles eines Mannes, der die größte chinesische Pornowebseite gegründet hatte und dafür eine lebenslängliche Haftstrafe erhielt, forderte Li im November 2006 die Aufhebung des chinesischen Anti-Porno-Gesetzes, das die Produktion, den Verkauf und die Verbreitung "obszöner" Produkte verbietet.

Im Januar 2007 kritisierte Li in ihrem Blog, dass eine Polizeioffizierin, die sich an einem Partnertausch beteiligt hatte, entlassen worden war, und forderte, dass Arbeitgeber, Regierungsabteilungen oder Unternehmen sich nicht in das Privatleben ihrer Angestellten einmischen sollten.

"Partnertausch ist nichts Schlimmes, er entspricht den drei sexuellen Prinzipien des freien Willens, der Privatsphäre und des Erwachsenseins. Ihre Teilnahme am Partnertausch ist dasselbe, wie mit einem anderen Paar in einen Vergnügungspark zu gehen. Es ist ganz offensichtlich nicht richtig, dass ihr Arbeitgeber sie gezwungen hat, ihre Arbeit aufzugeben", schrieb Li damals in ihrem Blog.


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