Totes Paar in Indonesien: Polizei geht von Beziehungstat und Selbstmord aus

18.05.2023

Die Polizei in Indonesien geht bei dem Tod von zwei chinesischen Touristen in einem örtlichen Hotel davon aus, dass das weibliche Opfer von ihrem Partner getötet wurde, der anschließend Selbstmord beging, teilte die örtliche Nachrichtenagentur NusaBali unter Berufung auf die Ermittlung der Polizei mit.

Reisende an einem Ausgang des internationalen Flughafens Bali Denpasar Ngurah Rai auf Bali, einem populären Touristenziel in Indonesien. (Foto vom 9. November 2022, Xinhua)

Die Polizei in Indonesien bestätigte am Mittwoch die Ermittlungsergebnisse zum Tod zweier chinesischer Touristen in einem örtlichen Hotel, der in den chinesischen sozialen Medien große Aufmerksamkeit erregt und zu Spekulationen über die Todesursache geführt hat.

Nach Angaben der Polizei von Denpasar habe das 25-jährige Todesopfer Li Chiming seine Freundin, seine 22-jährige Freundin Cheng Jianan, geschlagen, gefesselt und in eine Badewanne im Jimbaran Intercontinential Hotel untergetaucht, berichtete die lokale Nachrichtenagentur NusaBali am Mittwoch.
 
Dann „beging Li Selbstmord, indem er sich mit einer zerbrochenen Bierflasche am Hals und am ganzen Körper verletzte“, zitierte NusaBali den örtlichen Polizeichef.
 
Die Schlussfolgerung, dass es sich um Mord und Selbstmord handelte, basiert auf den Ergebnissen der internen und externen Untersuchungen durch einen Gerichtsmediziner des Prof IGNG Ngoerah Krankenhauses in Denpasar und den Ergebnissen des gerichtsmedizinischen Labors der Polizei von Bali.

Das Paar habe sich vor der Ankunft im Hotel gestritten und sich fünf Flaschen Bier geteilt, die sie beim Zimmerservice bestellt hatten, erklären die Ermittler.

Die Polizei hat sowohl Hotelgäste als auch Hotelangestellte als Zeugen befragt und Aufnahmen von Überwachungskameras, Handys der beiden Opfer sowie den Tatort untersucht, berichtet die Lokalzeitung Bali Tribune. 

Der schockierende Fall wurde am 1. Mai bekannt, als Li, der Mann, nackt und blutüberströmt mit Wunden am ganzen Körper aufgefunden wurde, darunter zwei schwere Verletzungen am Hals und am linken Bein. Cheng wurde in ihrem Zimmer 4223 nackt und mit Würgemalen am Hals tot in der Badewanne liegend aufgefunden.

Aus dem Besitz des Paares fehlt den Ermittlungen zufolge nichts, und weder Zeugen noch Überwachungskameras lassen darauf schließen, dass außer dem sehr kurzen Verbleib des Zimmerservice irgendjemand das Zimmer 4223 betreten hat, bevor Li das Zimmer verließ, so die örtliche Polizei.

In der Polizeipressekonferenz vom Mittwoch hieß es, Cheng habe Kratzwunden an der Stirn, der rechten Schulter, dem Unterarm, dem Unterschenkel und den Knien. Linienförmige Kratzer am Hals und Schaum in Nase und Mund lassen den Schluss zu, dass Cheng schwer geschlagen wurde, bevor sie durch Ertrinken in der Badewanne starb.

Li hatte mehr als 20 Wunden am Hals, an der linken Brust, am Handrücken beider Hände, am linken Handgelenk und an beiden Fußrücken und starb nach Polizeiangaben an Blutverlust, der durch die Verletzungen an seinem Hals verursacht wurde.
 
Die Ermittlungsergebnisse lösten in den chinesischen sozialen Medien Zweifel und Fragen aus. Einige Internetnutzer glauben, dass Li, wenn er Selbstmord begehen wollte, nicht in den Hotelflur gerannt wäre, was viele als Hilferuf interpretierten. Andere glauben, er habe sich vielleicht selbst verletzt und Reue empfunden, bevor er verblutet sei.

Viele Netizens fordern die Veröffentlichung weiterer Details, um die Zweifel weiter zu zerstreuen, darunter die Art und Weise, wie die Opfer in einen Streit verwickelt waren, sowie Beweise für das Mord- und Selbstmordmotiv des Mannes.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Indonesien,Selbstmord,Polizei