Experten begründen Prognose mit wirtschaftlicher Erholung
Momentan verliert der chinesische Yuan gegenüber dem US-Dollar zwar weiter leicht an Wert. Ab der zweiten Jahreshälfte werde sich das jedoch ändern, da die Unterstützungsmaßnahmen der Regierung noch stärker zur wirtschaftlichen Erholung beitragen werden, so Experten.

Der chinesische Yuan (oder RMB) dürfte sich bald stabilisieren und in der zweiten Jahreshälfte allmählich wieder gegenüber dem US-Dollar aufwerten, prognostizierte Robin Xing, China-Chefökonom bei Morgan Stanley.
In jüngster Zeit wurde viel darüber diskutiert, ob eine Zinssenkung der chinesischen Zentralbank (People's Bank of China, PBOC) die Unterschiede in den Zinsraten zwischen den USA und China noch weiter vergrößern und damit den Abwertungsdruck auf den Yuan verstärken würde. Allerdings gelten die wirtschaftlichen Fundamentaldaten als wichtigster Bestimmungsfaktor für die Wechselkurse, und die jüngsten Schritte der chinesischen Zentralbank dürften die Währung mittelfristig eher stützen als schwächen.
Wang Chunying, stellvertretende Direktorin und Sprecherin der Staatlichen Devisenbehörde (SAFE), erklärte kürzlich, dass sich die chinesische Wirtschaft kontinuierlich verbessern werde, da die koordinierte makroökonomische Unterstützung schon bald wirksam werde. Dies wiederum werde eine solidere Grundlage für die stetige Entwicklung des chinesischen Devisenmarktes schaffen. Ferner erklärte sie, dass die grenzüberschreitenden Kapitalströme aufgrund der nachlassenden Stärke des US-Dollars und der zunehmenden Widerstandsfähigkeit des chinesischen Devisenmarktes stabil und geordnet bleiben dürften.
Neben der nachlassenden Stärke des US-Dollars werde auch das Interesse der weltweiten Anleger an Investitionen in China zur weiteren Stützung des Yuan beitragen. Lou Feipeng, Forscher bei der Postal Savings Bank of China, sagte in diesem Zusammenhang: „Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich der Yuan in der zweiten Jahreshälfte allmählich stabilisieren und gegenüber dem US-Dollar aufwerten wird.“
Er fügte hinzu, dass die Erleichterung der Finanzierungskosten für die Realwirtschaft in Verbindung mit anderen politischen Maßnahmen dazu beitragen werde, Chinas Erholung zu beschleunigen und ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von mehr als 5 Prozent für das gesamte Jahr zu erreichen. Dies werde wiederum dazu beitragen, die Wechselkurse zu stützen.
Robin Xing führt die jüngste Abwertung des Yuan vor allem auf die unerwartet gute Entwicklung der US-Wirtschaft und die sich verlangsamende wirtschaftliche Erholung in China zurück.
Chinas Aufschwung dürfte jedoch bald wieder an Fahrt gewinnen, da die politischen Entscheidungsträger ihre Unterstützungsmaßnahmen fortsetzen und ein stetiger Anstieg des Dienstleistungssektors die Beschäftigung ankurbelt. Vor diesem Hintergrund hatte die Zentralbank im Juni die Zinssätze für einjährige Kredite (MLF) um 10 Basispunkte auf 2,65 Prozent gesenkt. Nach Ansicht der Analysten der Investmentbank China International Capital Corp Ltd. werden die geplanten Maßnahmen zur Stabilisierung des Wachstums voraussichtlich zu einer robusten fiskalischen Expansion, mehr Finanzierungsmöglichkeiten der lokalen Regierungen, einer Lockerung der Vorschriften im Immobiliensektor und einer Beschleunigung der Infrastrukturinvestitionen führen.
Experten sind überdies auch der Ansicht, dass Chinas Fähigkeit, einen relativ hohen Warenhandelsüberschuss aufrechtzuerhalten, das Fundament der Stabilität auf dem Devisenmarkt weiter stärken werde. Die Wettbewerbsfähigkeit der chinesischen Hersteller auf Märkten wie dem für neue Energieprodukte wird ihnen zufolge einen Puffer gegen die schwächelnde Auslandsnachfrage bilden.












