Chinas Schweinezucht
Gentestkits sollen Chinesen schmackhafteres Schweinefleisch bringen
Nicht zuletzt aufgrund der Afrikanischen Schweinepest importiert China immer noch einen Großteil des konsumierten Schweinefleisches. Ein in China entwickeltes neues Gentestkit könnte nun aber dazu beitragen, den Anteil der einheimischen Schweine zu erhöhen.

Die Menschen in China können sich auf qualitativ hochwertiges Schweinefleisch freuen – dank im Inland entwickelter Gentestkits, die es den Landwirten ermöglichen, Schweine zu züchten, die sich besser vermehren können und überdies auch resistenter gegen Krankheiten sind.
Mit der sog. „Microarray“-Technologie, gemeinhin auch als „Schweinechips“ bekannt, wird eine Testplattform auf Mikrochip-Basis bezeichnet, die eine automatisierte Analyse vieler DNA-Proben auf einmal ermöglicht. In China werden jährlich etwa 700 Millionen Schweine verzehrt, von denen etwa 90 Prozent von importierten Stämmen aus Ländern wie den USA, Großbritannien, Dänemark und Frankreich abstammen.
Im Februar letzten Jahres gab ein Team von chinesischen Wissenschaftlern unter der Leitung von Wu Zhenfang, Professor an der South China Agricultural University, bekannt, dass sie ihr eigenes Microarray-Testkit entwickelt hätten. CCTV berichtete über diesen neuen Meilenstein und informierte, dass das im Inland entwickelte Kit die Testkosten um etwa 90 Prozent senken könnte.
„Mit dem Testkit ist es nun möglich, schon frühzeitig zu erkennen, ob ein Ferkel das Potenzial hat, zu einem Qualitätsschwein heranzuwachsen, das für die Zucht geeignet ist“, so der Sender.
Einige Monate später gab eine Gruppe von Forschern an der Chinesischen Akademie für Agrarwissenschaften bekannt, dass sie ein weiteres Microarray-Kit unter dem Markennamen „Tianpeng Chips“ entwickelt habe. Laut einer Erklärung auf der Website der Akademie wurde das Kit so konzipiert, dass es das erwünschte genetische Erbgut verschiedener domestizierter Schweinearten (Hausschweine) erkennen kann. Der Fortschritt sei sehr wichtig für die Erhaltung der heimischen Schweinearten und ihres Keimplasmas oder ihrer genetischen Ressourcen, die für die Züchtungsforschung von entscheidender Bedeutung seien, hieß es. Hintergrund ist, dass importierte Schweinearten kommerziell lohnender sind und daher von großen Schweinezuchtbetrieben verwendet werden. Einheimische Arten, die in der Regel mehr Futter verbrauchen und einen längeren Reproduktionszyklus haben, werden bei diesem Prozess verdrängt. Einige wurden durch importierte Schweinearten sogar an den Rand des Aussterbens gedrängt. Außerdem gefährdete die Keulung von Schweinen in China, die durch die Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest im Jahr 2018 ausgelöst wurde, die heimischen Arten noch zusätzlich.
In einem Interview mit Beijing News sagte Gong Huazhong, ein leitender Angestellter, der das Zuchtprogramm bei der New Hope Group, einem Agrarkonglomerat, beaufsichtigt, dass der Import leistungsfähiger Schweinestämme ein teures Unterfangen darstelle. Die durchschnittlichen Kosten für den Import eines einzigen „Zuchtschweins“ - Schweine, die explizit zur Fortpflanzung und für die Fleischproduktion gezüchtet werden – liegen demnach bei 10.000 Yuan (1.385 US-Dollar). Im Jahr 2021 habe China etwa 240 Millionen Yuan dafür ausgegeben, so Gong.
Da vorteilhafte Eigenschaften nach Generationen der Inzucht abnehmen, was auch als „genetische Depression“ bezeichnet wird, müssen die Unternehmen neue Zuchtsschweine für bessere Nachkommen kaufen. China hatte seine Importe im Jahr 2014 zwar kurzzeitig reduziert, aber die Zahl stieg anschließend wieder an, nachdem die Afrikanische Schweinepest vor fünf Jahren das chinesische Festland heimsuchte. Laut einer von der Berichtsdatenbank „Chinabaogao.com“ veröffentlichten Branchenerhebung importierte China im Jahr 2021 insgesamt 24.462 Zuchtschweine, was einem Anstieg von 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.










