Made in Japan
Chinesischer Sportler beschwert sich über verrostete Medaille der Tokioer Olympiade
Die Klage eines chinesischen Sportlers über die mangelnde Qualität der Medaille der Olympischen Sommerspiele in Tokio sorgt im Internet für Aufmerksamkeit. Die Beschichtung ist teilweise abgeplatzt. Doch die Medaillen der Beijing Olympischen Spiele von 2008 bleiben gut erhalten.
Der chinesische Kanute Zheng Pengfei beklagte am Abend des 16. August im Internet, dass seine Silbermedaille, die er vor zwei Jahren bei den Olympischen Spielen in Tokio gewonnen hatte, stark oxidiert sei. Am 3. August 2021 hatte er zusammen mit seinem Teamkollegen Liu Hao den zweiten Platz im Kajak-Zweier der Männer über 1000 Meter belegt. Auf den Fotos, die der 30-jährige Sportler gepostetet hat, sind die Oxidationsspuren deutlich zu erkennen, sodass die Medaille wie verrostet aussieht.

Zheng schrieb in seinem Post auf Sina Weibo, dem chinesischen Pendant zu Twitter: „Diese olympische Medaille habe ich fast zwei Jahre lang zu Hause aufbewahrt. Als ich sie heute wieder hervorgeholt habe, sah sie so aus! Schrott! Nun, die Zeit hat bewiesen, dass sie in der Tat aus Abfall hergestellt wurde. Keine Medaille irgendeines chinesischen Wettbewerbs ist von so schlechter Qualität. Aber gut, vielleicht habe ich sie nicht richtig aufbewahrt. Aber um ehrlich zu sein, ist die Oxidation ein Einzelfall bei all meinen Medaillen.“
Dieser Beitrag zog sofort die Aufmerksamkeit vieler Leser auf sich und sorgte für Schlagzeilen auf dem Microblog-Dienst. Einige Internetnutzer fragten, ob es daran liege, dass die Beschichtung abgeblättert sei. Andere trösteten Zheng: „Die Medaille ist zwar verrostet, aber die Ehre nicht.“

Eigentlich haben sich bereits im Jahr 2021 mehrere Sportler über die mangelnde Qualität der Medaille der Tokioer Olympischen Spiele gemeldet. Am 24. August desselben Jahres, kurz nach dem Ende der Spiele, schrieb die chinesische Trampolinturnerin und Olympionikin Zhu Xueying auf ihrem eigenen Weibo, sie habe zuerst gefunden, dass der Medaille ein kleines Stück Überzug gefehlt habe, und gedacht, dass die Medaille verschmutzt worden wäre. Doch nachdem sie mit den Fingern an der Medaille gekratzt hatte, habe sich ein großes Stück abgelöst. Im Anschluss daran klagte auch Wang Shun, der chinesische Olympiasieger der 200 Meter Lagen, im Internet: „Ich habe auch mal die Medaille mit den Fingern angekratzt, dann ist auch ein Stück der Beschichtung abgefallen. Man darf die Medaille also nicht mehr kratzen“.
Nach Angaben des Organisationskomitees der Olympischen Spiele in Tokio hat Japan am 1. April 2017 eine zweijährige Kampagne gestartet, um im ganzen Land kleine Haushaltsgeräte und gebrauchte Mobiltelefone zu sammeln und daraus reines Gold, Silber und Kupfer zu gewinnen, das für die Herstellung olympischer Medaillen verwendet werden kann. Das Organisationskomitee warnte die Athleten unter anderem ausdrücklich davor, auf die Medaillen zu beißen. „Sie sind ungenießbar“, hieß es.
Zum Vorfall der abgeplatzten Goldmedaillen hat das Organisationskomitee in Tokio erklärt, dass es sich bei dem abgelösten Teil nicht um eine Vergoldung handele, sondern um eine Beschichtung auf der Oberfläche, die kleine Kratzer, Dellen und Flecken auf den Medaillen verhindern und eine Schutzfunktion erfüllen soll. Diese Beschichtung selbst könne nicht dauerhaft mit der Oberfläche der Medaillen verbunden werden. Auf die Frage, ob die Medaillen ersetzt werden könnten, habe das Organisationskomitee nicht direkt geantwortet, sondern lediglich darauf hingewiesen, dass „selbst wenn die Beschichtung entfernt würde, der Wert der Medaille selbst nicht beeinträchtigt würde“.

Zhengs jüngste Klage erinnerte auch an die Medaille der Olympischen Spiele 2008 in Beijing, die als „unzerbrechlich“ gilt. Am 7. Januar 2021 brannte die Wohnung der russischen Gymnastin Daria Valeryevna, die 2008 Gold im Mannschaftswettbewerb gewonnen hatte, aus, und fast alles fiel den Flammen zum Opfer. Doch die Goldmedaille, die sie in den Trümmern fand, blieb bis auf die Bänder unversehrt. Die Bänder für die Olympischen Sommerspiele in Beijing sind aus Maulbeerseide und synthetischen Polyesterfasern in doppelseitigem Jacquard gewebt und mit Nanotechnologie behandelt, um sie wasserdicht, mottensicher, schmutzabweisend, feuerfest und farbecht zu machen.










