Wiederherstellung der Natur
Deichbauer reißt sein eigenes Werk ab
Vor mehr als vier Jahrzehnten half Xu Manshan beim Bau von Deichen am Qiantang-Fluss. Doch später zeigten sich die Folgen für die Umwelt. Heute leitet er ein Projekt zur Wiederherstellung der Ökologie. Durch diesen drastischen Schritt ist die Wasserqualität besser und Dongzhou wurde zu einem Wassersportzentrum.

Vor mehr als 40 Jahren wurden am Qiantang-Fluss von Hand Deiche gebaut, um die Insel Dongzhou mit der Außenwelt zu verbinden. Xu Manshan war damals ein Jugendlicher, der bei dem Projekt mithalf, indem er Steine in den Fluss trug. „Die schwere Arbeit kostete mich mehrere Paar Strohschuhe, aber ich schaffte es, sogar barfuß weiterzumachen“, sagte Xu.
Im Jahr 2017 wurde der heute 55-Jährige mit der Leitung eines ökologischen Wiederherstellungsprojekts am Beizhi-Fluss betraut, einem Nebenfluss des Qiantang, bei dem die Deiche, an denen er einst mitgeholfen hatte, abgebaut wurden.
Durch den Rückbau der Deiche konnte das stehende Wasser wieder fließen, was die Wasserqualität erheblich verbessert hat. Dongzhou ist nun von klarem Wasser umgeben und wurde zum Standort des Wassersportzentrums Fuyang ernannt, einem Austragungsort für die Ruder- und Kanuwettbewerbe bei den bevorstehenden Asienspielen, die in Zhejiangs Provinzhauptstadt Hangzhou stattfinden werden.
Während er über das Restaurierungsprojekt sprach, strahlte Xu die gleiche Leidenschaft aus, die ihn als 15-jährigen Jungen dazu motivierte, freiwillig am Bau der Deiche mitzuarbeiten. Die Deiche boten den Bewohnern von Dongzhou Hoffnung. Vorher waren sie auf die Fähren als einziges Transportmittel angewiesen. „Jeder, der die Insel verlassen wollte, machte sich frühmorgens auf den Weg, wenn die Hähne krähten, und kehrte spätabends mit den von Laternen beleuchteten Fähren wieder zurück“, so Xu.
Um das Problem zu lösen, beschlossen die Inselbewohner 1976, Deiche zu bauen, was nach großen Anstrengungen auch gelang. Dank der Deiche wurde ein Teil des Flusses zu einem über 113,3 Hektar großen Binnensee umschlossen. Dort legten die Einwohner zahlreiche Teiche an und begannen mit der Fischzucht.
Im Laufe der Zeit wurden die Deiche, die einst Wohlstand brachten, jedoch zu einer Belastung für die Umwelt, da ein 7,5 Kilometer langer Abschnitt des Beizhi flussabwärts nach dem Durchstoßen der Deiche stagnierte. Darüber hinaus brachte die Aufstauung das Risiko von Überschwemmungen mit sich.
2017 startete der Bezirk Fuyang in Hangzhou ein umfassendes Sanierungsprojekt für den Beizhi, bei dem unter anderem Deiche durch Schleusen ersetzt, Brücken gebaut und der Fluss ausgebaggert werden sollten. Xus Arbeitgeber gewann die Ausschreibung.
„Vor dem Rückbau der Deiche wurden von den Anwohnern Feuerwerkskörper gezündet, zum einen, um diejenigen zu ehren, die zum Bau der Deiche beigetragen hatten, und zum anderen, um ihnen für die Zukunft alles Gute zu wünschen“, so Xu. Das Projekt hat die Selbstreinigungskraft und die Schiffbarkeit des Flusses erheblich verbessert.
Heute hat Hangzhou am Nordufer des Beizhi eine ausgedehnte Grünfläche für Campingfreunde geschaffen und einen Sportpark mit den Austragungsorten der Asienspiele am Südufer.










