Verbraucherpreisindex

China: Lebensmittel-Preise gehen zum zweiten Mal in diesem Jahr zurück

10.11.2023

Chinas Verbraucherpreise verzeichneten im Oktober zum zweiten Mal in diesem Jahr ein negatives Wachstum. Das deute darauf hin, dass die Erholung der Nachfrage noch nicht solide sei, urteilen Experten. Weitere makroökonomische politische Unterstützung sei wahrscheinlich, vermuten sie.

Der Verbraucherpreisindex (VPI), einer der Hauptindikatoren für Inflation, fiel im Oktober im Jahresvergleich um 0,2 Prozent, teilte das Nationale Statistikamt (National Bureau of Statistics, NBS) am Donnerstag mit. Im September war der Wert unverändert geblieben, nach einem Rückgang von 0,3 Prozent im Juli markierte der Oktober-Wert den zweiten Rückgang in diesem Jahr.

Der NBS-Statistiker Dong Lijuan führt den Rückgang auf das dank des guten Wetters reichliche Angebot an bestimmten Lebensmitteln und eine sinkende Verbrauchernachfrage nach dem Ende der Feiertage zum Mondfest und Nationalfeiertag zurück.

Die Lebensmittelpreise gingen im Oktober im Jahresvergleich um 4 Prozent zurück. Dabei machte sich vor allem der Einbruch der Schweinefleischpreise bemerkbar, der sich von 22 Prozent im September auf 30,1 Prozent ausweitete, was den Verbraucherpreisindex um 0,55 Prozentpunkte nach unten drückte. Der Preisanstieg im Dienstleistungssektor einschließlich Reisen und Fluggesellschaften, verlangsamte sich von 1,2 Prozent im Vormonat auf 1,1 Prozent im Oktober, teilte das NBS mit.

Wang Qing, leitender makroökonomischer Analyst bei Golden Credit Rating International, erklärte, der unmittelbare Grund für den erneuten Rückgang des VPI-Wachstums seien die sinkenden Lebensmittelpreise.

„Die anhaltend schleppende Preisentwicklung bei verschiedenen Gütern und Dienstleistungen mit Ausnahme von Nahrungsmitteln ist der Hauptgrund für das niedrige Preisniveau in der letzten Zeit. Dahinter steht die Tatsache, dass die Verbrauchernachfrage nach wie vor relativ schwach ist und die Grundlage für eine wirtschaftliche Erholung weiter gestärkt werden muss“, erläuterte Wang.

Das Wachstum des Kernverbraucherpreisindex - der die volatilen Lebensmittel- und Energiepreise ausschließt und als besserer Indikator für das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage in der Wirtschaft gilt – lag im Oktober bei 0,6 Prozent im Jahresvergleich, gegenüber 0,8 Prozent im Vormonat, so das NBS.

Chinas Erzeugerpreisindex, der die Preise ab Werkstor misst, fiel im Oktober um 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, verglichen mit einem Rückgang von 2,5 Prozent im September und blieb den 13. Monat in Folge negativ.

Wen Bin, Chefvolkswirt der China Minsheng Bank, erklärt, dass die Inflation in China ein Quartal lang gedämpft bleiben könne, bevor sie sich Anfang nächsten Jahres leicht erhole, da die Inlandsnachfrage langsamer steige als das Angebot, während die Auslandsnachfrage schleppend bleiben könne.

Die Preise für Schweinefleisch fielen in diesem Monat angesichts der schwächer als üblich ausgefallenen Nachfrage und des reichlich vorhandenen Angebots weiter. Das deute darauf hin, dass der Verbraucherpreisindex für November weiterhin einen niedrigen Wert aufweisen könnte, erwarten die Analysten von Nomura in einer Research Note

Zhou Maohua, Analyst bei der China Everbright Bank, erklärte, ein niedriges Preisniveau sei zwar förderlich für die Stabilisierung der Kaufkraft der einkommensschwachen Bevölkerung, würde aber die Investitionsbereitschaft von Unternehmen dämpfen, wenn es lange anhält.

China sollte und werde wahrscheinlich die niedrige Inflation nutzen und kontinuierliche makroökonomische Unterstützung leisten, um die Erholung der Nachfrage und damit des Wirtschaftswachstums anzustoßen, erwartet Zhou.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Verbraucherpreisindex,Lebensmittel,Preise,China