Rohstoffhandel
Geopolitische Spannungen treiben Chinas Spot-Goldmarkt in die Höhe
Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine hat den Goldpreis in die Höhe schnellen lassen. Am Donnerstag lag der Goldpreis bei 1970 US-Dollar pro Unze.

(Foto von VCG)
Als der weltweite Goldpreis nach dem Russland-Ukraine-Konflikt in die Höhe schnellte, stürzten viele chinesische Verbraucher in die Geschäfte, um ihre Bestände zu verkaufen. Andere kauften nach einem Preisrückgang mehr, in Erwartung eines weiteren Anstiegs. Dies hat zu einem beträchtlichen Boom im Spot-Goldhandel in China geführt.
Die jüngste Verkaufswelle setzte ein, als der weltweite Goldpreis am Donnerstag auf den höchsten Stand seit fast 18 Monaten kletterte, wobei der Spot-Goldpreis über 1.970 US-Dollar pro Unze lag.
Analysten und Branchenkenner wiesen darauf hin, dass der Anstieg des Goldpreises in erheblichem Maße durch das unbeständige globale Umfeld beeinflusst wurde. Anleger würden Gold als sichere Option suchen, da es relativ stabil sei und zur Absicherung gegen größere Risiken verwendet werden könne. Die Experten mahnten die Anleger jedoch auch, umsichtig zu investieren und langfristig zu denken.
Ein in Beijing ansässiger Goldhändler sagte, dass die Goldpreise in China in der Nacht, in der der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine eskalierte, fast 400 Yuan pro Gramm erreichten, obwohl die Preise seither allmählich wieder fallen.
Obwohl einige Anleger schnell genug handelten, um die vorübergehende Preisspitze auszunutzen, diskutieren viele Kunden immer noch darüber, ob sie angesichts des Preisanstiegs sofort handeln oder noch ein wenig warten sollten.
Bei Redaktionsschluss lag der weltweite Goldpreis bei 1.908,35 US-Dollar pro Unze und damit unter der vorherigen wichtigen Marke von 1.970 US-Dollar.
Analysten betonten, dass Gold nach wie vor ein verlässlicher sicherer Hafen ist und der Preis daher in der Regel kurzfristig anzieht, insbesondere dann, wenn die internationale Lage relativ instabil ist.
„Wenn sie von Risikofaktoren wie Konflikten beeinflusst wird, sind globale Investoren eher an der Sicherheit von Gold interessiert als an seiner Wertsteigerung“, sagte Bai Ming, stellvertretender Direktor des International Market Research Institute an der Chinese Academy of International Trade and Economic Cooperation.
So lag der Goldpreis im Jahr 2019 bei rund 280 Yuan pro Gramm. Im Jahr 2020 stieg er schnell auf ein Rekordhoch von 400 Yuan pro Gramm an, was an der unerwarteten Covid-19-Pandemie lag.
Der Preis sank dann auf etwa 360 Yuan pro Gramm im Jahr 2021, als die großen Volkswirtschaften über ausreichend Impfstoffe verfügten und die weltweite Produktion allmählich wieder auf ein relativ normales Niveau zurückfand, wobei der jüngste Ausbruch von Spannungen in Osteuropa erneut zu einem nahezu rekordverdächtigen Höchststand der Spotpreise geführt hat.
Mit Blick auf die Zukunft weisen Analysten und Branchenkenner darauf hin, dass der Markt nach wie vor mit Unsicherheiten behaftet ist, sodass Anleger mit überstürzten Investitionen vorsichtig sein sollten.
In der Zwischenzeit haben die Vereinigten Staaten und mehrere ihrer Verbündeten ihre einseitigen Sanktionen gegen Russland verschärft und Russland unter anderem aus dem SWIFT-System ausgeschlossen, sodass die globalen Kapitalmärkte nach wie vor mit Unsicherheiten konfrontiert sind, was den Goldpreis weiter beeinträchtigen könnte.

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