Sechs Millionen Jahre altes Fossil von tagaktiver Eule am Rand des Dachs der Welt gefunden
Anhand eines am nordöstlichen Rand des Qinghai-Tibet-Plateaus in China gefundenen Fossils konnten Wissenschaftler nun eine tagaktive Eulenart identifizieren. Der Fund gibt Aufschluss darüber, wie sich die tagaktiven Vögel in überwiegend nachtaktive Arten entwickelt haben.

Ein gut erhaltenes Fossil einer Eule wurde am nordöstlichen Rand des Qinghai-Tibet-Plateaus in China gefunden. (Foto zur Verfügung gestellt vom Institut für Wirbeltierpaläontologie und Paläoanthropologie der Chinesischen Akademie der Wissenschaften)
Die meisten heute lebenden Eulen sind nachtaktiv. Dadurch haben sie in den Mythen verschiedener Kulturen eine besondere Stellung inne, aufgrund der Popularität der Harry-Potter-Reihe sind sie ein Symbol für Magie.
Ein Forscherteam des Instituts für Wirbeltierpaläontologie und Paläoanthropologie der Chinesischen Akademie der Wissenschaften entdeckte das gut erhaltene Fossil. Das gefundene Exemplar ist eng mit der Nördlichen Habichtskauz-Eule verwandt, einer mittelgroßen tagaktiven Eule, die kein Wandervogel und in nördlichen Breiten zu Hause ist. Die ausgestorbene Eule gehört wie die meisten heute lebenden tagaktiven Eulenarten zur Gattung Surniini.
Ein Vergleich der Skleraknochen der Miozän-Eule mit denen von 55 Reptilien und 360 Vögeln, darunter auch zahlreiche Eulen, hätte gezeigt, dass die Augen des Urvogels weniger lichtempfindlich waren und ihm ermöglichten, tagsüber scharf zu sehen, heißt es in einer Mitteilung des Instituts.
Paläontologen fanden heraus, dass die neu identifizierte tagaktive Eule vor etwa sechs Millionen Jahren im späten Miozän lebte. Die Entdeckung wurde am Montag in den Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS) veröffentlicht.
Die phylogenetisch gesicherte Merkmalskartierung stimmt mit der Rekonstruktion der frühen evolutionären Abkehr dieser Eulenart von nachtaktivem Verhalten überein. Der Studie zufolge unterstützen die Ergebnisse die Hypothese von einem weltweiten Ursprung des nicht-nachtaktiven Verhaltens im Miozän, der mit der Ausdehnung des Steppenlebensraums und der klimatischen Abkühlung im späten Miozän zusammenhängen könnte.
Das Fossil und die damit verbundenen Analysen der Augen und der Verhaltensevolution deuten außerdem auf eine lange evolutionäre Geschichte tagaktiven Verhaltens bei Eulen hin, die noch weiter im Detail untersucht werden muss.












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