75. Unabhängigkeitstag: Indien wird seine strategische Unabhängigkeit bewahren
Indien feierte am Montag den 75. Jahrestag seiner Unabhängigkeit. US-Präsident Joe Biden bezeichnete Indien in einer Glückwunschbotschaft als „unverzichtbaren Partner“. Indien wird seine Politik der „diplomatischen Unabhängigkeit“ dennoch nicht aufgeben, glauben Experten.

Soldaten nehmen an der Parade während der Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag Indiens auf dem Gelände der Assam Rifles in Agartala, der Hauptstadt von Indiens nordöstlichem Bundesstaat Tripura, teil. (Foto vom 15. August, Str/Xinhua)
Am 15. August jährte sich das Ende der britischen Kolonialherrschaft über Indien im Jahr 1947 zum 75. Mal. Premierminister Narendra Modi leitete die Feierlichkeiten vom Roten Fort in Neu-Delhi aus und wandte sich in seiner neunten Rede zum Unabhängigkeitstag in Folge mit den Worten, dies sei ein historischer Tag für Indien, das mit neuer Entschlossenheit einen neuen Weg einschlage, an die Nation. Der indische Staatschef würdigte Indien als Mutter der Demokratie und sprach über verschiedene Entwicklungen im Land sowie über die Herausforderungen der letzten 75 Jahre, wie indische Medien berichteten.
Die Inder feiern den Jahrestag schon seit Tagen und viele hoffen, dass das Land in naher Zukunft zu einem entwickelten Land wird. Berichten zufolge wurde Indiens erster selbst gebauter Flugzeugträger Vikrant am Montag zur Feier des Tages in Betrieb genommen.
Am Sonntag gratulierte US-Präsident Joe Biden Indien zu seiner 75-jährigen Unabhängigkeit und erklärte, die USA und Indien seien „unverzichtbare Partner“, die auch in den kommenden Jahren bei der Bewältigung der globalen Herausforderungen zusammenarbeiten würden. Die strategische Partnerschaft zwischen den USA und Indien beruhe auf dem „gemeinsamen Engagement für die Rechtsstaatlichkeit und die Förderung der Freiheit und Würde des Menschen“, betonte Biden einem Reuters-Bericht zufolge.
Bidens Glückwunschbotschaft zeige, dass die USA den Beziehungen zu Indien angesichts der strategischen Bedeutung des Landes in der Indo-Pazifik-Strategie und den Plänen der USA, China entgegenzutreten, mehr Gewicht beimessen, sagte Qian Feng, Direktor der Forschungsabteilung des Nationalen Strategie-Instituts an der Tsinghua-Universität, gegenüber der Global Times.
Indem er die „gemeinsamen Werte der Demokratie“ Indiens und der USA betont, wolle Biden Indien auf seine Seite ziehen und China, Russland sowie andere vermeintliche US-Kontrahenten als „autoritäre Staaten“ auf die entgegengesetzte Seite stellen, sagte Qian. Die USA habe jedoch auch Indien bereits für die Politik des Landes gegenüber Muslimen und in Menschenrechtsfragen kritisiert.
Die Rhetorik der USA zu gemeinsamen „Werten“ mit Indien und „Demokratie“ basiere daher leicht durchschaubar auf den eigenen geopolitischen Bedürfnissen Amerikas. Indien habe das erkannt, sagt Qian. Die Modi-Regierung werde deshalb, obwohl sie auf engere Beziehungen zum Westen hofft, ihren praktischen diplomatischen Ansatz der Aufrechterhaltung der strategischen Unabhängigkeit nicht aufgeben, weil diese Politik Indien mehr diplomatischen Spielraum und Flexibilität gibt.












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