Bessere Vermögensallokation im Ausland
Chinas Bestände an US-Staatsanleihen fallen auf 12-Jahres-Tief
Experten machten am Dienstag klar, dass die Tatsache, dass die Bestände chinesischer Investoren an US-Staatsanleihen ein 12-Jahres-Tief erreicht haben, China dabei helfen werde, die Marktverluste infolge der geldpolitischen Straffung in den USA zu verringern. In der Folge könnte China so seine internationale Vermögensallokation optimieren.

(Foto von VCG)
China, der zweitgrößte ausländische Inhaber von US-Schuldtiteln („Treasuries“), hatte seine Bestände an US-Staatsanleihen laut Daten des US-Finanzministeriums bis Ende Juni sieben Monate in Folge auf 967,8 Milliarden US-Dollar reduziert - gegenüber 980,8 Milliarden US-Dollar im Vormonat. Chinas Bestände an US-Schuldtiteln erreichten im Juni damit ein 12-Jahres-Tief, nachdem sie bereits im Mai unter die 1-Billionen-Dollar-Marke gefallen waren. Nach Angaben des US-Finanzministeriums beliefen sich die ausländischen Bestände an US-Treasuries Ende Juni auf insgesamt 7,43 Billionen US-Dollar. Das waren zwar 5,1 Milliarden Dollar mehr als im Mai, aber 88,1 Milliarden US-Dollar weniger als im Vorjahr.
Japan, der führende Inhaber von US-Schuldtiteln, verringerte seine Bestände seit Jahresbeginn bis Ende Juni ebenfalls um 67,7 Milliarden US-Dollar auf 1,236 Billionen US-Dollar.
Experten führten die nachlassende Attraktivität von US-Staatsanleihen auf Zinserhöhungen, die hohe Inflation und die sich abschwächenden Wirtschaftsaussichten in den USA zurück, die allesamt die Renditeaussichten dieser Anlageform beeinträchtigt haben.
„Die langfristigen Ansichten der Marktteilnehmer über US-Staatsanleihen sind pessimistischer geworden, was zu einem Rückgang der Nachfrage nach US-Schuldtiteln in einer Reihe von Ländern, einschließlich China, geführt hat", erklärte Ye Yindan, Forscher am Forschungsinstitut der Bank of China. Die anhaltenden Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed könnten den Wert der von den Anlegern gehaltenen US-Schulden deflationieren und den Abwärtsdruck auf die US-Wirtschaft verstärken, so Ye. Parallel zum Anstieg der US-Staatsverschuldung hätten sich die Risiken für die Inhaber von US-Schulden auf ein Rekordhoch verschärft.
Da die Fed die Zinssätze in diesem Jahr bislang um 225 Basispunkte angehoben hat, um die Inflation in den USA einzudämmen, die sich auf einem 40-Jahres-Hoch bewegt, stieg die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen am Montag auf 2,79 Prozent - gegenüber 1,52 Prozent Ende letzten Jahres, wie der Marktbeobachter Wind Info berichtet. Da sich die Anleihekurse in die entgegengesetzte Richtung der Renditen bewegen, habe dieser Prozess zu einem Rückgang der Anleihekurse geführt, was den Anlegern, die die Anleihen vor ihrer Fälligkeit verkaufen, Verluste einbringen würde, erläuterten die Experten.
Zusätzlich zu den sinkenden Anleihekursen habe die erhöhte Inflation in den USA die scheinbar hohen nominalen Renditen der US-Staatsanleihen ausgeglichen, schränkte Yang Jinghao, Chefökonom bei Concat Data Technology (Hangzhou) Co Ltd., ein. Abgesehen davon, dass China potenzielle Marktverluste vermeiden wolle, würden die reduzierten US-Schuldenbestände auch zur Diversifizierung und Optimierung seiner Vermögensallokation im Ausland beitragen, betonte Ye vom Forschungsinstitut der Bank of China.

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