Teilnahme an Pitch Black

Der deutsche Beitritt zur Anti-China-Allianz wäre mit hohen Kosten verbunden

22.08.2022

Die Übung Pitch Black, an der die USA, Australien und 15 weitere Länder beteiligt sind, hat am Freitag begonnen. Deutschland nimmt mit 13 Militärflugzeugen an den Übungen teil. Chinesische Experten warnen vor den Kosten für die Teilnahme an einer Anti-China-Allianz.


Foto von VCG

 

Mit der Übung Pitch Black, an der die USA, Australien und 15 weitere Länder beteiligt sind, wollen die USA die "Einigkeit" des Westens demonstrieren, um China in der Taiwan-Frage unter Druck zu setzen. Deutschland beteiligt sich mit 13 Militärflugzeugen an den Übungen - sechs Eurofighter-Jets, drei A330-Tankflugzeuge und vier deutsche A400M-Transporter.

 

Nach Angaben vom deutschen Luftwaffenchef Ingo Gerhartz werden die Flugzeuge zivile Flugrouten benutzen und keine Durchquerung der Straße von Taiwan ist geplant. Überdies betonte er , mit dem Einsatz wolle man ein Signal an die deutschen Partner senden und nicht an China: „Ich glaube nicht, dass wir eine Drohbotschaft in Richtung China aussenden, indem wir zu einer Übung in Australien fliegen", zitierte ihn Reuters.

 

"Sollte sich sich nur um eine routinemäßige Militärübung handeln, wäre es nicht notwendig, dass Deutschland das Südchinesische Meer oder die Taiwan-Frage thematisiert", sagt Cui Hongjian, Direktor der Abteilung für europäische Studien am China Institute of International Studies. "Wir tendieren dazu, alle militärischen Aktionen im Zusammenhang mit den USA in Chinas Umgebung, als gegen uns gerichtete Aktionen zu betrachten. Wenn Deutschland und China in dieser Angelegenheit nicht gut miteinander kommunizieren, steigt das Risiko von Missverständnissen und Fehlinterpretationen", warnt Cui.


"Selbst wenn sich Deutschland in einigen China-bezogenen Angelegenheiten den USA annähert, wäre das nur symbolisch", erläuterte Jiang Feng, Forscher an der Shanghai International Studies University, der Global Times am Sonntag.


Da die USA nun den Aufstieg Chinas als größte "Bedrohung" ansehen, werden in Europa Stimmen laut, die diese Behauptung übernehmen. So bezeichnete beispielsweise die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock China ebenfalls als "Bedrohung". Deutschland sei sich jedoch darüber im Klaren, dass es für die strategischen und wirtschaftlichen Interessen des Landes von entscheidender Bedeutung sei, China als strategischen Partner zu behalten, weshalb sich Berlins China-Politik grundlegend von der Washingtons unterscheide, glaubt Jiang.

 

Trotz des politischen Drucks auf Berlin, sich von Beijing abzuwenden, sei die Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von China in der ersten Hälfte des Jahres 2022 gestiegen, zitierte Reuters am Freitag eine Studie des Deutschen Wirtschaftsinstituts. Demnach haben die Direktinvestitionen und das Handelsbilanzdefizit einen neuen Höchststand erreicht.

 

"Seit der späten Phase der Regierung Merkel gibt es Widersprüche zwischen dem deutschen Militär und der Regierung, die zu einer chaotischen Signalwirkung führen. Wenn Deutschland von nun an absichtlich seine Präsenz in der indopazifischen Region betont, könnte dies das Land in eine unausgewogene Lage bringen", sagte Cui.

 

Die Fregatte Bayern der Deutschen Marine durchquerte im Dezember 2021 das Südchinesische Meer. Das war das erste Mal in den letzten 20 Jahren, dass ein deutsches Kriegsschiff die Region befahren hat.

 

Früheren Medienberichten zufolge überarbeitet Deutschland seine China-Strategie und wird seine neue Haltung irgendwann im Jahr 2023 bekannt geben. Einige Experten glauben, dass Deutschland im Vergleich zu seinen bisherigen Beziehungen zu China, die auf Handels- und Wirtschaftsbeziehungen beruhten, in Zukunft einige Sicherheitsbedenken unterstreichen und ein neues Gleichgewicht in einer sich verändernden geopolitischen Landschaft anstreben wird.


"Deutschland muss vermehrt Faktoren wie die Beziehungen zwischen China und Russland, die Beziehungen zwischen der EU und Russland und die Beziehungen Chinas zu seinen Nachbarländern berücksichtigen. Bisher hat es nur die Beziehungen zwischen China und den USA berücksichtigt", sagt Cui.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Pitch Black,USA, Australien,Deutschland,China,Taiwan