Finale Phase von „Wostok 2022“

Chinesisch-russische Übungen zur Sicherung des regionalen Friedens und Abschreckung von „Unruhestiftern“

07.09.2022

Unter der Aufsicht von Präsident Wladimir Putin gehen die internationalen Militärübungen „Wostok 2022“ diese Tage in die Endphase. Wie Experten klarmachen, liegt der Hauptfokus auf Übungen für Gegenangriffe, da sowohl Russland als auch China die wachsende militärische Bedrohung in der Region, zum Beispiel durch Japan, deutlich spüren.


Der russische Präsident Wladimir Putin (Mitte) beaufsichtigt in Begleitung von Verteidigungsminister Sergej Schoigu (Links) und Waleri Gerassimow, dem Chef des russischen Generalstabs, am 6. September 2022 auf dem Truppenübungsplatz Sergejewski außerhalb der Stadt Ussurijsk im Osten Russlands die Militärübungen „Wostok-2022". Foto: VCG

 

Der russische Präsident Wladimir Putin inspizierte am Dienstag die Militärübung, an der mehrere Länder - darunter China und Indien - in Russland teilnahmen, nur einen Tag nachdem Japan gegen die Übungen in der Nähe der von Japan beanspruchten Inseln protestiert hatte. Analysten zufolge warnt Moskau Tokio mit harten Maßnahmen davor, dass Japans opportunistische Diplomatie mit dem Ziel, Russland zu Kompromissen in Souveränitätsstreitigkeiten zu zwingen, indem es den USA bei der Sanktionierung Russlands folgt, Wunschdenken sei und zum Scheitern verurteilt sei.


Die russisch-japanischen Beziehungen basieren auf einer zweckorientierten Grundlage: Russland will Japans Investitionen, während Japan von Russland einen Kompromiss im Streit um die Kurilen-Inseln (in Japan auch als „Nördliche Territorien“ bekannt) verlangt. Aber im Moment sind diese zerbrechlichen Beziehungen völlig ruiniert, da Russland alle Erwartungen und Illusionen in Bezug auf Japan aufgegeben hat, nachdem Tokio Washington bei der Sanktionierung Russlands nach der Ukraine-Krise genau gefolgt. Experten schätzen es als unwahrscheinlich ein, dass sich das Verhältnis in Zukunft wieder davon erholt. Sie stellten fest, dass Tokio nun den Preis für seine Entscheidung zahle, Washington fast wie eine Art US-Kolonie zu dienen.


Japans Politik hat sowohl China als auch Russland spüren lassen, dass es den USA in der Region helfen wird, die beiden Großmächte einzudämmen, so die Analysten. Das Land stelle sogar eine militärische Bedrohung sowohl für Russland (auf den Kurilen) als auch für China (in der Straße von Taiwan) dar, so dass es für China und Russland natürlich und vernünftig sei, zusammenzustehen und gemeinsame Anstrengungen zu unternehmen, um die potenziellen Unruhestifter in der Region abzuschrecken, erklärten die Beobachter.


Bei „Wostok 2022“ handelt es sich um einen Teil einer Reihe von strategischen Militärübungen, die Russland jedes Jahr durchführt. Sie wird abwechselnd von einem der russischen Militärbezirke ausgerichtet. In diesem Jahr empfing der östliche Militärbezirk Russlands 13 teilnehmende Länder, darunter auch China, die Truppen und Beobachter nach Russland entsandt haben.


Japan wurde von Russland nach dem Russland-Ukraine-Konflikt im Februar als „unfreundliches Land“ eingestuft, und Moskau kündigte an, die Verhandlungen über einen Friedensvertrag mit Japan auszusetzen.


In Anwesenheit Putins ging die strategische Übung „Wostok-2022“ am Dienstag in ihre Haupt- und Endphase, nachdem sie am Donnerstag begonnen hatte. Dabei wurde ein gemeinsamer Gegenangriff einer aus den teilnehmenden Ländern - darunter Russland und China - bestehenden Koalitionsgruppe gegen einen imaginären Feind auf russischem Boden simuliert. Das Hauptthema der Übung sei der Gegenangriff, das heißt die Organisatoren gehen von einer militärischen Bedrohung aus, die russische Gebiete in der Region angreifen und besetzen könnte, was einen Gegenangriff erforderlich machen würde, betont ein inBeijing ansässiger Militärexperte.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Militärübungen,Putin,Russland,China