Annäherung an die USA unwahrscheinlich

​Japan und Indien betonen militärische Beziehungen

09.09.2022

Die Außen- und Verteidigungsminister Japans und Indiens haben am Donnerstag in Tokio das zweite japanisch-indische Ministertreffen im sogenannten 2+2-Format abgehalten. Beide Seiten betonten die Fortsetzung der militärischen und sicherheitspolitischen Zusammenarbeit, doch Experten glauben nicht, dass Japans Versuche, Indien weiter an das USA-geführte Lager heranzuführen, erfolgreich sein werden.

  

Die Außen- und Verteidigungsminister Japans und Indiens haben am Donnerstag in Tokio das zweite japanisch-indische Ministertreffen im sogenannten 2+2-Format abgehalten. (Foto von VCG)


Laut der gemeinsamen Erklärung, die am Donnerstagabend veröffentlicht wurde, betonten die Minister erneut ihr Engagement für das gemeinsame strategische Ziel eines „freien und offenen Indopazifik“.

 

Während des Treffens brachte Japan seine Entschlossenheit zum Ausdruck, „alle für die nationale Verteidigung notwendigen Optionen zu prüfen“, einschließlich sogenannter „Gegenschlagkapazitäten“. Auch die Verteidigungskapazitäten sollen innerhalb der nächsten fünf Jahre grundlegend verstärkt, was von Indien unterstützt wurde. Laut der indischen Nachrichtenagentur PTI vereinbarten beide Seiten zudem, Militärübungen abzuhalten, um die Koordination zwischen ihren Luftstreitkräften zu verbessern.

 

Obwohl Japan und Indien in ihren öffentlichen Erklärungen China oder Fragen, die China betreffen, nicht erwähnt hätten, ziele ihre weitere militärische Zusammenarbeit eindeutig auf China ab, erklärte Qian Feng, Direktor der Forschungsabteilung des Nationalen Strategieinstituts der Tsinghua-Universität, am Donnerstag der Global Times.

 

Japan und Indien seien Schlüsselländer in der asiatisch-pazifischen Region. Die rasante Entwicklung ihrer Beziehungen in den vergangenen Jahren sei durch den von den USA initiierten quatrilateralen Sicherheitsdialog vorangetrieben worden, sagte er. „Das Herzstück dieses Mechanismus ist der Vorstoß der USA und ihre Haltung zur Bedrohung durch China.“

 

Es ist keine Überraschung, dass Japan und Indien ihre Beziehungen durch ein Treffen und weitere militärische Zusammenarbeit verbessern, aber es bleibt unklar, inwieweit sich beide Seiten in der Frage der politischen Lager einigen können und wie viel von dem, was vereinbart wurde, auch tatsächlich erreicht werden kann, so die Experten.

 

Japans Bemühungen, einen „freien und offenen Indopazifik“ zu unterstützen, seinen diplomatischen und sicherheitspolitischen Einfluss zu stärken und seine „asiatische Führungsrolle“ unter Beweis zu stellen, seien in hohem Maße von der Unterstützung Indiens abhängig, sagte Sun Wenzhu, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung für Asien-Pazifik-Studien am China Institute for International Studies, in einem früheren Interview mit der Global Times.

 

Indiens strategische Autonomie setze jedoch eine Grenze für die japanisch-indische Zusammenarbeit, so Sun. „Indien wird sich wahrscheinlich nicht so sehr in den Dienst der USA stellen, um die hegemoniale Ordnung aufrechtzuerhalten, wie es Japan tut. Stattdessen wird das Land versuchen, seine eigenen Interessen zu maximieren.“


Japan hat viele Argumente auf seiner Seite. Es könnte Indiens Stellvertretereigenschaft mit China und Russland betonen, um Indien näher an die USA heranzuführen, sagte Da Zhigang, Direktor des Instituts für nordostasiatische Studien an der Akademie für Sozialwissenschaften der Provinz Heilongjiang, am Donnerstag der Global Times. „Aber Indien kann sich davon nicht völlig beeinflussen lassen. Das liegt nicht in Indiens Interesse.“

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Japan,Indien,USA