Kampagne gegen überhöhte Brautpreise und extravagante Hochzeitszeremonien

22.09.2022

Die Zahlung eines Brautpreises und einer Mitgift hat in China eine sehr lange Tradition, die aber inzwischen neben überteuerten Hochzeitsfeiern mehr und mehr zur finanziellen Belastung wird. Jetzt starten die chinesischen Behörden eine Kampagne, die den Brauch in vernünftige Bahnen lenken soll.

 

Überhöhte Brautpreise und ausschweifende Hochzeitszeremonien sind in den ländlichen Gebieten Chinas zunehmend zu einer Belastung für die Familien geworden. Acht nationale Behörden, darunter das chinesische Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Angelegenheiten, die Organisationsabteilung des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas und das chinesische Ministerium für zivile Angelegenheiten, haben am Mittwoch in einer gemeinsamen Erklärung mitgeteilt, dass sie das Problem mit einer landesweiten Kampagne angehen wollen.

 

Die Zahlung eines Brautpreises und einer Mitgift hat in China als Geste des guten Willens zwischen dem Paar, das den Bund der Ehe schließt, und seinen beiden Familien eine lange Tradition. Die Art, wie diese traditionellen Bräuche umgesetzt werden, hat sich jedoch im Laufe der Jahre stark verändert. Hohe Brautgaben und überteuerte Hochzeitsfeiern sind für viele Familien zu einer finanziellen Belastung geworden.

 

Wie es in der Behördenmitteilung heißt, wurde im August eine Kampagne gestartet, die bis Ende nächsten Jahres laufen soll. Die Aktion zielt darauf ab, die Ausbreitungsdynamik einer Reihe veralteter Konventionen und schlechter Sitten in einigen Teilen Chinas wirksam einzudämmen. Mitgift und Brautpreise sollen den Kosten für die Aufrechterhaltung sozialer Beziehungen gegenüber gestellt werden, Extravaganz und Verschwendung wollen die Behörden eindämmen.

 

Der Arbeitsplan sieht vor, für Menschen in den ländlichen Gebieten die Ausgaben-Belastung für Hochzeiten, Bankette und Verlobungsgeschenke deutlich zu reduzieren. In den Bezirken, Gemeinden und Dörfern werden Standards gefördert und befürwortet, und die bedeutenden traditionellen chinesischen Tugenden werden weitergegeben und vererbt.

 

Verhaltensweisen, wie vulgär überzogene Ausschweifungen während der Hochzeitsfeierlichkeiten und die Forderung von überhöhten Brautpreisen soll reguliert werden. Die Kampagne wird zudem das Problem des Verschenkens von Bargeld in sozialen Beziehungen grundsätzlich regeln. Geldgeschenke, bei denen es um hohe Summen geht, sind für die Menschen in ländlichen Gebieten eine starke Belastung.

 

Auch die Nichterfüllung der kindlichen Pflicht und die Förderung von feudalem Aberglauben und Aktivitäten bei Beerdigungen, wie der Geisterhochzeit, werden geregelt. Übermäßig ausgedehnte und extravagante Hochzeitszeremonien und Beerdigungen, die eine erhebliche Verschwendung verursachen, werden reguliert.

 

Da die Zahl der Menschen im besten Heiratsalter in den letzten Jahren zurückgegangen ist und späte Eheschließungen in China im Trend liegen, sank die Zahl der registrierten Eheschließungen in China im Jahr 2021 auf einen Rekordtiefstand: Nur 7,64 Millionen Paare ließen ihre Heirat registrieren. Dies ist das erste Mal seit 2003, dass die Zahl der Eheschließungen unter acht Millionen liegt, und der niedrigste Stand seit der Erfassung und Veröffentlichung der Zahlen durch das Ministerium im Jahr 1986. 


Demografen warnen, dass der Rückgang bei den registrierten Eheschließungen unweigerlich zu einem Rückgang der Geburtenrate in China führen wird, da die meisten Kinder in China weiterhin erst nach einer Eheschließung geboren werden.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Brautpreise,Hochzeitszeremonie,Mitgift