Antwort auf ChatGPT
Chinas Tech-Giganten erkunden Möglichkeiten der KI
Das Programm ChatGPT von OpenAI ist derzeit auf der ganzen Welt in aller Munde. Gleichzeitig haben aber auch chinesische Tech-Unternehmen in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz gemacht, nicht zuletzt auch beim zukunftsweisenden „Artificial Intelligence Generated Content“. Dies könnte in Zukunft die Arbeit in zahlreichen Branchen revolutionieren.

Chinesische Technologieunternehmen verstärken derzeit ihre Anstrengungen im schnell wachsenden Sektor der durch künstliche Intelligenz (KI) erzeugten Inhalte.
ChatGPT, der neueste Chatbot des US-amerikanischen KI-Forschungsunternehmens OpenAI, hat seit seinem Debüt im November bereits große Popularität erlangt und den KI-Bereich dank seiner fortschrittlichen Konversationsfähigkeiten revolutioniert. Durch den Einsatz von Algorithmen des maschinellen Lernens ist das Programm in der Lage, menschenähnliche Antworten mit KI-generierten Inhalten zu imitieren und Menschen bei Aufgaben wie dem Schreiben von Aufsätzen und Skripten, der Erstellung von Geschäftsplänen und sogar der Überprüfung von Programmierfehlern zu unterstützen. All dies kann ChatGPT innerhalb von nur einigen Sekunden erledigen.
Die Aktien von Unternehmen im Bereich dieses sog. „Artificial Intelligence Generated Content (von künstlicher Intelligenz erstellte Inhalte, abgekürzt als AIGC) setzten auch am chinesischen A-Aktienmarkt ihren Aufwärtstrend fort. So verzeichneten chinesische KI-Unternehmen wie Cloudwalk Technology oder Speechocean am Montag einen Anstieg ihrer Aktien um die Tageshöchstgrenze von 20 Prozent am „Science and Technology Innovation Board“ (STAR-Börse) in Shanghai. Experten zufolge wird die KI wahrscheinlich zu einem neuen Innovationsmotor für die Produktion digitaler Inhalte werden und die Menschen von mühsamen Aufgaben befreien.
Auf einer Entwicklerkonferenz im vergangenen Monat hatte der chinesische Tech-Gigant Baidu drei KI-gestützte „Autoren“ vorgestellt, die dank ihrer Technologie die Rolle von Drehbuchautoren, Illustratoren, Redakteuren und Animatoren übernehmen können. Robin Li, Mitbegründer und CEO von Baidu, betonte im Januar, dass die KI im nächsten Jahrzehnt die bestehenden Modelle zur Produktion von Inhalten umstürzen werde und das Potenzial habe, die massive Nachfrage nach Inhalten zu einem Zehntel der Kosten und hundert- oder tausendmal schneller zu befriedigen.
„Jianying“, eine KI-gestützte App zur Bearbeitung von Kurzvideos, die vom chinesischen Technologieunternehmen ByteDance auf den Markt gebracht wurde, ermöglicht es den Nutzern, kreative Videos zu erstellen, indem sie einfach ein paar Schlüsselwörter oder einen Textabsatz eingeben. Das Online-Spieleunternehmen Net-Ease hat seine KI-Plattform zur Erstellung von Musik („Tianyin“) auf den Markt gebracht, mit der Nutzer durch die Eingabe von Liedtexten individuell einen eigenen Song gestalten können.
Pan Helin, Co-Direktor des Forschungszentrums für Digitalwirtschaft und Finanzinnovation an der Fakultät für Internationale Wirtschaft der Universität Zhejiang, erklärte, dass ChatGPT als Meilenstein der AIGC-Technologien das sog. Bestärkende Lernen (Reinforcement Learning, RL) aus menschlichem Feedback zum Trainieren seines Datenmodells nutze. Vor allem die Kapazitäten für die Verarbeitung natürlicher Sprache, die die Logik der Antworten verbessern, seien dadurch signifikant verbessert worden. Chinesische Unternehmen sollten sich verstärkt um die Einführung eigener Versionen solcher KI-gestützter Chatbots bemühen und ihre Investitionen zur Verbesserung der entsprechenden Algorithmen und der Rechenleistung erhöhen, rät Pan.
Und Chen Jia, ein unabhängiger Strategieanalyst, betonte in diesem Zusammenhang: „Chinesische Technologieunternehmen haben einzigartige Vorteile bei der Ausweitung von KI-Anwendungsszenarien auf globaler Ebene.“
China hat bei der Entwicklung der KI-Industrie mittlerweile erhebliche Fortschritte gemacht: Aus einem Bericht der US-amerikanischen Stanford-Universität geht beispielsweise hervor, dass China im Jahr 2021 weltweit für mehr als die Hälfte aller KI-Patentanmeldungen verantwortlich war und bei der Zahl der KI-Fachzeitschriften, Konferenzbeiträge und damit zusammenhängenden Veröffentlichungen ebenfalls weiterhin weltweit führend war.










